Bewegungsbeginn nach dem Winter.
- Internistische Praxis Xanten | M. Kleeblatt 🍀

- vor 2 Tagen
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Warum Muskeln mehr sind als nur Ästhetik.

Liebe Patientinnen und Patienten,
mit den ersten wärmeren Tagen im Jahr verspüren viele Menschen wieder mehr Lust auf Bewegung. Spaziergänge werden länger, das Fahrrad wird aus dem Keller geholt und vielleicht entsteht auch der Wunsch, wieder regelmäßig Sport zu treiben. Häufig wird körperliche Aktivität dabei vor allem mit Figur, Gewicht oder Aussehen verbunden. Tatsächlich hat Bewegung jedoch eine viel tiefere medizinische Bedeutung. Gerade aus internistischer Sicht sind regelmäßige Bewegung und Muskelaufbau ein entscheidender Bestandteil der Gesundheit – und zwar in jedem Lebensalter.
Muskeln: Ein unterschätztes Organ
Viele Menschen betrachten Muskeln vor allem als „Motor“ für Bewegung. Medizinisch gesehen sind sie jedoch ein hochaktives Stoffwechselorgan.
Muskelgewebe beeinflusst unter anderem:
den Blutzuckerstoffwechsel
den Fettstoffwechsel
die Insulinsensitivität
die Entzündungsregulation im Körper
Je mehr aktive Muskelmasse vorhanden ist, desto besser kann der Körper beispielsweise Zucker aus dem Blut aufnehmen und verwerten. Das ist einer der Gründe, warum Bewegung eine wichtige Rolle in der Vorbeugung und Behandlung von Typ-2-Diabetes spielt.
Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Koronare Herzkrankheit gehört körperliche Aktivität zu den wichtigsten nicht-medikamentösen Therapien.
Muskelabbau beginnt früher als viele denken
Ab etwa dem 30. Lebensjahr beginnt der Körper langsam Muskelmasse abzubauen. Dieser Prozess wird als Sarkopenie bezeichnet und beschleunigt sich mit zunehmendem Alter.
Weniger Muskelmasse bedeutet jedoch nicht nur weniger Kraft.
Es hat auch Folgen für:
Stabilität und Gleichgewicht
Reaktionsfähigkeit
Knochengesundheit
Muskeln wirken wie ein natürlicher Schutzmechanismus für den Bewegungsapparat. Sie stabilisieren Gelenke, federn Bewegungen ab und helfen dabei, Stürze zu vermeiden.
Gerade im höheren Lebensalter ist das entscheidend: Ein guter Muskelstatus reduziert nachweislich das Risiko für Stürze und damit auch für Frakturen.
Muskeln schützen auch die Knochen
Knochen reagieren auf Belastung. Wenn Muskeln arbeiten und an Knochen ziehen, entsteht ein mechanischer Reiz – und genau dieser Reiz ist wichtig für den Knochenaufbau.
Fehlt diese Belastung über längere Zeit, baut der Körper Knochensubstanz ab. Deshalb spielt Bewegung auch eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose.
Ein starkes Muskelkorsett bedeutet daher gleichzeitig auch stärkere Knochen.
Bewegung ist keine Luxusaktivität
In Gesprächen mit Patientinnen und Patienten hören wir häufig den Satz:„Für Sport habe ich leider keine Zeit.“ Dabei wird Bewegung oft als zusätzliche Aktivität gesehen – etwas, das man „macht, wenn man Zeit hat“. Medizinisch betrachtet ist Bewegung jedoch eher mit Zähneputzen vergleichbar: eine grundlegende Maßnahme zur Gesundheitsvorsorge.
Es geht dabei nicht zwingend um intensiven Sport. Bereits regelmäßige moderate Aktivität kann viel bewirken:
tägliche Spaziergänge
Radfahren im Alltag
Treppen statt Aufzug
leichte Kräftigungsübungen
Schon kleine Veränderungen im Alltag können langfristig große gesundheitliche Effekte haben.
Fitness als Reserve für schwierige Zeiten
Ein weiterer oft unterschätzter Aspekt: Körperliche Fitness ist eine Art physiologische Reserve.
Patientinnen und Patienten, die körperlich aktiv und muskulär gut aufgebaut sind, haben häufig bessere Voraussetzungen, wenn der Körper plötzlich stark belastet wird – zum Beispiel durch:
größere Operationen
schwere Infektionen
chronische Erkrankungen
Unfälle
Der Organismus kann dann besser auf Belastungen reagieren und sich schneller erholen.
Auch in der Onkologie gibt es hierzu zunehmend wissenschaftliche Erkenntnisse. Studien zeigen, dass körperlich aktive Patientinnen und Patienten während einer Chemotherapie häufig eine bessere Verträglichkeit der Behandlung haben und teilweise weniger Nebenwirkungen entwickeln. Bewegung kann unter anderem Müdigkeit, Muskelschwäche und allgemeine Erschöpfung reduzieren und trägt dazu bei, körperliche Funktionen zu erhalten.
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt zu beginnen
Der Frühling ist ein idealer Moment, um wieder mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. Wichtig ist dabei vor allem Regelmäßigkeit, nicht Perfektion.
Empfohlen werden aus medizinischer Sicht:
Ausdauerbewegung (z. B. Gehen, Radfahren) mehrmals pro Woche
leichte Kraftübungen, um Muskelmasse zu erhalten oder aufzubauen
Balance- und Koordinationsübungen, besonders im höheren Lebensalter
Schon zwei bis drei Bewegungseinheiten pro Woche können langfristig einen deutlichen Unterschied machen.
Unser Fazit
Muskelaufbau und Bewegung sind kein Luxus und auch kein rein ästhetisches Thema. Sie sind ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Starke Muskeln unterstützen den Stoffwechsel, schützen Knochen und Gelenke, reduzieren das Sturzrisiko und geben dem Körper Reserven für Zeiten, in denen er besonders gefordert ist.
Der wichtigste Schritt ist dabei oft der erste: einfach wieder anfangen, sich zu bewegen.
Wenn Sie unsicher sind, welche Form der Bewegung für Sie sinnvoll und gesundheitlich geeignet ist – zum Beispiel bei bestehenden Erkrankungen, nach längerer Inaktivität oder im höheren Lebensalter – beraten wir Sie gerne individuell.
Auch bei Fragen zu Themen wie Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauf-Gesundheit oder allgemeiner Vorsorge stehen wir Ihnen in unserer Praxis zur Verfügung.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin.
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Ihr Team der Internistischen Praxis Xanten Dr. Carlos Marengo & Dr. med. Michael Schmitz
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